Niemandnichts

Kündigte der Herbst sich an, begann die Kartoffelernte. Früher einmal krochen Heerscharen Knechte und Mägde die Reihen hinauf und sammelten die Kartoffeln in Kiepen. Später, als die Technik Einzug gehalten hatte, nahm der Kartoffelroder den Menschen die Arbeit ab.

Angezogen von einem Traktor, beförderte das Ungetüm die Kartoffeln Reihe um Reihe zutage, jedenfalls so lange, bis der Roder im Moorboden versank, was oft geschah. Der Nachbar kam mit seinem Traktor zu Hilfe und den zwei Schleppern gelang es schließlich, den Roder auf trockenen Grund zu befördern. Nur hatten die schweren Maschinen breite Reifenspuren auf dem Acker hinterlassen und mehrere Kartoffelreihen darunter vergraben. Dann hieß es, eine Hacke zur Hand nehmen, niederknien und bergen, was noch zu retten war.

Einmal, als der Herbst sich winterlich gebärdete, ließ der kalte Boden Hände und Knie zu Eis gefrieren. „Nur weiter, wärmer wird es nicht mehr und die Kartoffeln in der Erde nicht besser,“ befahl der Bauer. Mit bloßen Händen sammelten die Kinder die Kartoffeln in Kiepen.  Waren ihre Hände starr vor Kälte, nahmen sie die über Kreuz und schlugen sie an ihre Oberarme, das half, sollte genügen, wie der Alte wusste. „Als ich bei den Russen in Kriegsgefangenschaft war, habe ich von Handschuhen auch nur träumen können.“