Brautschau 2

Zuzeiten Christians amouröser Attacke kampierten holländische Soldaten auf dem Hof, Natoübung. Junge, stattliche Kerle waren sie, die weniger reden denn zupacken wollten. Einige von ihnen hätten die Friederike auch gern mitgenommen, vorläufig am Abend ums Eck jedenfalls. Im Sturm aber war sie nicht zu gewinnen, blieb nur Belagerung. Und so fand man sie stets umgeben von einer Heerschar ebenso emsiger wie wehrhafter Mannen, die nicht müde wurden, Friederikes Arbeit zu tun.

Einer der Soldaten, Jan, war ihr Favorit. Jan musste ihr zur Hand gehen, sie gegen seine Truppenteile verteidigen und den Priester ausschalten, der Dienst am holländischen Vaterland konnte und musste warten. Am Abend wusste Friederike ihren Lakaien fürstlich zu entlohnen, woran beide schließlich soviel Gefallen fanden, dass sie nicht mehr voneinander lassen wollten und Friederikes Flucht nach Holland planten.

Es hätte alles so schön sein können, wären sie nicht von Helene erwischt worden. Jan wurde abkommandiert und Friederike im Haus festgesetzt. Die sann auf Rache. Vorgeblich zerknirscht beichtete sie der gestrengen Frau Mutter, dass sie mit Jan verkehrt habe und also nicht mehr unberührt sei. Hinsichtlich einer Schwangerschaft helfe nun nur noch Beten, seufzte sie. Christian reiste ab und Helene betete.